Schlussstrich

„Es muss doch mal Schluss sein“, war Opas Gedanke.
„Ich habe doch niemandem Böses getan.
Ich wollte nur Gutes, doch für Fremde und Kranke,
Zigeuner(*) und Juden war kein Platz im Plan“

„Es muss doch mal Schluss sein“, das sagtest du immer.
Du wolltest geordnetes Volkseinerlei.
„Wo soll das noch hinführen? Macht es nicht noch schlimmer!“
Du liebst unser Land doch nur „ausländerfrei.“

„Es muss doch mal Schluss sein“, beklagst du noch immer.
„Es kommen zu viele der Araber an.“
„Wo soll das noch hinführen? Gebt denen kein Zimmer!“
Was sind deine Ziele? „Das Haus glaubt jetzt dran.“(**)

„Es muss doch mal Schluss sein“, das wirst du noch sagen,
wenn einmal dein Kind nach Verantwortung fragt.
„Hätt’ ich’s nicht getan, ging es mir an den Kragen“,
Behauptest du dann, wenn man gegen dich klagt.

 

Anmerkungen:

(*)Da die Haltung des „Zitierten“ hier offensichtlich ist, wäre es unrealistisch, die verwendete abwertende Bezeichnung zu ändern.

(**) Dafür gibt es leider viel zu viele Beispiele, ebenso wie für andere Formen von Gewalt gegen Schutzsuchende.

(***) Ich habe es erst nach dem Schreiben gemerkt, aber das passt (völlig ungeplant) zum Projekt Gegen das Vergessen, das ich deshalb hier verlinke.

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21 Kommentare zu “Schlussstrich

  1. […] seniorenleichtathletik, Belana Hermine, Poeta, PPawlo, Monika-Maria Ehliah Windtner, Khalid Aouga, maddemaddigger, lyrifant, musikhai, JuckPlotz, 4alle, CHRINOLO, Rachel, Colleen, […]

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