Nostalgie (Gedicht eines Greises)

Es war an einem Sommertag – der Juni war noch bunter,

als zur schönen Weihnachtszeit Schnee leise rieseln konnte -,

da sah ich, der am Strande lag – die Sonne ging grad unter –

ein Mädchen, das im Sommerkleid sich auf den Kieseln sonnte.

 

Der Tag, er ist so lange her, dass ich mich nicht entsinne,

wann dieses wohl gewesen ist, wie viel an Zeit vergangen.

Ach, zuzugeben fällt mir schwer, dass ich im Kopf wohl spinne,

nach dieser viel zu langen Frist nach jener zu verlangen.

 

„Ach hätte ich, ach könnte ich…“ vergeblich meine Klage,

denn ich bin ja auch selber schuld: Nostalgisch nach dem Alten

bedauerte ich damals mich, weil ohne jede Frage

die ehemals erfahrne Huld und Liebe wollt erkalten.

 

Trägt langsam wohl die Sorgen fort der Schleier durch Vergessen?

Bleibt von Gewalt an jedem Ort nur friedlich Weihnachtsessen?

Wird eines Tages dieses Jahr mein (k)altes Herz erweichen?

Wird die Erinnerung sogar dem schönen Mädchen gleichen?

 

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