Die Geschichte vom Kaktus

Gelegentlich entwickeln sich in mathematischen Gedanken (die es hier noch nicht gibt) auch kleine Hirngespinstgeschichten wie diese:
Es ist die Geschichte vom Kaktus. Sie ist roh und unfertig, nicht geschliffen und vollkommen ungeplant.

Die Geschichte vom Kaktus

Als der kleine grüne Kaktus eines Morgens wie jeden Tag aus dem Fenster sah und das trübe Wetter über den Dächern der Stadt bedauerte, bemerkte er, dass sich eine Fliege in seinen Stacheln verfangen hatte.
„Na toll“, dachte sich der Kaktus und widmete sich wieder seinen Beobachtungen.
In der Etage unter ihm waren neue Mieter eingezogen.
Dem Geruch nach zu urteilen, waren es Inder.
Die Mutter hatte wahrscheinlich das Essen anbrennen lassen, denn es qualmte aus dem Fenster.
Die Straße glitzerte im Licht der aufgehenden Sonne.
Es regnete weiter.
Alltagslärm stieg zu ihm hinauf.
Grau in Grau.
Am gegenüberliegenden Fenster stand eine junge Kaktee.
Sie hatte ihren schönsten Übertopf an und war auf Hochglanz poliert.
Schlank, gut gebaut und überaus attraktiv stand sie ihm gegenüber.
Gleichwohl ließen ihre Dornen erkennen, dass ihr niemand zu nahe kommen sollte.
Doch wer sollte sie schon gefährden?
Er, der kleine dicke pummelige Kaktus von nebenan?
Und überhaupt: schön war er gar nicht.
Erst recht nicht mit dieser lästigen Fliege in den Dornen.
Der Kaktus war froh, dass sie ihn nicht sehen konnte.
Er meinte, seine Blüten hätten sich leicht rötlich verfärbt.
Trotz alledem versuchte er sich herzurichten.
Vielleicht würde sie ihn ja bemerken?
Er erneuerte einige seiner Dornen, versuchte den Staub, den er in den Jahren angesammelt hatte abzuwischen und richtete sich auf.
Hinter der Kaktee tauchte plötzlich ein Kater auf.
Von unten hörte er Alarmsirenen heulen.
Tatü tata!
Der Kater kam näher.
Tatü tata!
Er setzt zum Sprung an.
Tatü tata!
Jetzt, Endlich, würde er ihr seine Liebe zeigen.
Tatü tata!
Der Kaktus konnte sich nicht rühren.
Tatü tata!
Er musste die Wurzeln loswerden!
Tatü Tata!
Die Katastrophe schreitet voran!
Tatü tata!
Der Kater fliegt.
Tatü.
Der Kakus hält die Luft an.
Ta
Die Kaktee fährt ihre Stacheln aus.
Ta
Der Kater landet auf der Kaktee.
Ta
Hinter dem Kaktus kracht es.

Der Kater miaut vor Schmerz.
Ta
Der Kater stößt sich ab.
Ta
Die Kaktee kippt.
Ta
Unter dem Kaktus riecht es verbrannt.

Es ist nicht nur das Essen.
Ta
Das Fenster gegenüber steht offen.
Ta
Der Einsatzleiter ruft etwas.
T
Die Kaktee liegt auf dem Fensterbrett.
a
Der Boden unter dem Kaktus wird heiß.
t
Die Kaktee nähert sich dem Abgrund.
ü
Der Kater leckt sich die Pfoten.
T
Es kracht der Boden.
a
Die Kaktee…
t
Der Boden wackelt.
a
Der Kaktus kippt.
T
Er taumelt schwerelos.
a
Sie schreit.
t
Ihr Topf fliegt weg.
ü
Er muss sie schützen.
t
Er fällt.
a
Sie fällt.
t
Ohne Topf…
a
dem Feuerwehrmann auf den Kopf.
Am Boden liegen sie vereint.
Der schwer verletzte Inder weint.
Zwei haben sich gefunden
Und sind zum Schluss verbunden.
Das Haus fällt hinterher…

Das war die Geschichte. Vielleicht gefällt sie ja jemandem.

Der Maddemaddigger

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